„Wir wollen JEDEN mit·nehmen! (so gut es geht)“ – Netz-Werk „Inklusion vor Ort“ in Sankt Wendel

In Sankt Wendel im Saarland finden einige Wettbewerbe statt von Special Olympics Deutschland. In Sankt Wendel gibt es aber auch eine Aktion, die sich um Inklusion kümmert. Das finden wir natürlich sehr interessant.

Das Netz-Werk heißt: „Inklusion vor Ort“ und ist seit April 2025 ein Förder-Projekt von Aktion Mensch. Die Lebenshilfe Sankt Wendel und die Kreis-Verwaltung haben daran Anteil.

Mit Jerôme Laubental von der Lebenshilfe Sankt Wendel haben wir darüber ge·sprochen. Für TACHELES führte Monika Bergenthal das Gespräch.

TACHELES
Tach von TACHELES! Tach, Herr Laubenthal!

Laubenthal
Angenehm, freut mich!

TACHELES
Was macht das Netz-Werk „Inklusion vor Ort“?

Laubenthal
Das Netz-Werk „Inklusion vor Ort“ im Landkreis Sankt Wendel hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten Land-Kreis Sankt Wendel barriere-freier zu machen. Und dabei verstehen wir Barriere-Freiheit nicht nur im Sinne von physischen Barrieren, die wir beseitigen wollen, sondern wir wollen in erster Linie für Teil·habe sorgen. Wir wollen also dafür sorgen, dass alle Menschen im Land-Kreis bei allem mit·machen können, über·all mit dabei sein können und teil·haben können am Leben.

TACHELES
Wer arbeitet im Netz-Werk mit und wie arbeiten Sie überhaupt?

Laubenthal
Das Netz-Werk „Inklusion vor Ort“ im Land-Kreis Sankt Wendel besteht zunächst einmal aus den Partnern Lebenshilfe Sankt Wendel und Verwaltung vom Land-Kreis. Der erste Ansprech-Partner von uns ist Land-Rat Udo Recktenwald. Das weitere Netz-Werk besteht aktuell aus 60 (sechzig) Partnern aus der Gesellschaft: oft aus der Politik und Verwaltung, aber auch Privatpersonen, die sich für Inklusion einsetzen. Wir haben Arbeits-Gruppen ge·gründet, die sich zu Themen be·sprechen wie zum Beispiel: Barriere-Freiheit, Arbeit, Wohnen und Bildung.

TACHELES
Wie kam es zu diesem Netz-Werk und diesem Förder-Projekt?

Laubenthal
Die Aktion Mensch will mit dem Projekt „Inklusion vor Ort“ barriere-freie Sozial-Räume fördern, also eine möglichst barriere-freie Gesellschaft. Da die Lebenshilfe Sankt Wendel und der Land-Kreis schon seit Jahr·zehnten eine sehr gute Zusammen-Arbeit pflegen, waren wir die perfekten Partner für ein solches Projekt.

TACHELES
Seit April 2025 hat das Netz-Werk die Förderung. Wie geht es seit·dem voran?

Laubenthal
Es geht sehr gut voran. Und was uns besonders freut, ist der breite Zuspruch aus der Bevölkerung. Und die große Begeisterung, mit der das Projekt ge·sehen wird. Wir haben schon viele Anfragen bekommen, bei Veranstaltungen mit zu machen: Veranstaltungen über Barriere-Freiheit, über Inklusion und Menschen. Das ist auch ganz wichtig, denn dieses Netz-Werk lebt von der Teil·nahme der Bevölkerung.

TACHELES
Was sind aktuell die größten Baustellen?

Laubenthal
Aktuell die Bewusst·seins-Bildung. Das heißt: Wir müssen mi·teinander ins Gespräch kommen: Was bedeutet für die Menschen Barriere-Freiheit, wo sind ihre Barrieren und wie können wir im Netz-Werk dafür sorgen, dass wir diese Barrieren beseitigen und neue, zukunfts·fähige und inklusive Lösungen für den Land-Kreis erarbeiten? Das heißt, es geht darum, sich bewusst zu werden: Wo sind Bedarfe der Menschen, wie be·kommen wir diese mit und wie können wir Lösungen um·setzen?

TACHELES
Wie ist die Zusammenarbeit mit Bürger-Meister Peter Klär und der Verwaltung
?

Laubenthal
Die Zusammenarbeit mit Herrn Klär und der Stadt-Verwaltung ist sehr gelungen bisher. Wir haben mit Herrn Klär eine lange und gute Partnerschaft Die Arbeit ist immer auf Augenhöhe. Auch die Zusammen-Arbeit mit der Kreis-Verwaltung ist seit vielen Jahren sehr gelungen.

TACHELES
Gibt es bei Ihnen auch Projekte wie Selbst-Vertretung oder Inklusive Medien?

Laubenthal
Uns ist das Thema Selbst-Vertretung sehr wichtig, von daher haben wir im Netz-Werk natürlich auch Selbst-Vertreterinnen und -Vertreter, die ihre Interessen mit ein·bringen können. Ein inklusives Medien-Projekt steht im Netz-Werk noch im Plan.

TACHELES
Wie sieht die Zukunft vom Projekt aus?

Laubenthal
Um über die Zukunft des Projekts zu sprechen, bräuchte ich eine Glas-Kugel, denn wir geben in diesem Projekt nicht die Richtung vor. Das entscheiden die Partnerinnen und Partner im Projekt und die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Sankt Wendel. Von daher kenne ich den genauen Ab·lauf für die Zukunft noch nicht. Was aber ganz sicher in nächster Zeit passieren wird: Wir bauen unsere Arbeits-Gruppen auf. Wir sind ge·spannt auf das, auf was uns die Bürgerinnen und Bürger im Netz-Werk noch mit·bringen werden und welche Ideen aus dem Netz-Werk noch geboren werden.

TACHELES
Herzlichen Dank, Herr Laubental! Und für die Zukunft viel Erfolg!

Laubenthal
Vielen Dank. Ich bedanke mich für das Interview. Super!

Mehr Infos hier: Lebenshilfe St. Wendel