inklusives Paddeln: Projekt „WassAhr“ gewinnt Inklusions-Preis

Das Projekt „WassAhr„
vom Wasser-Sport-Verein Sinzig
und die Glücks-Panther Dudenhofen-Schifferstadt
haben einen Preis ge·wonnen.
Der Preis heißt: Karl-Heinz-Thommes-Preis.
Er wird von Special Olympics Rheinland-Pfalz ver·geben.
Herzlichen Glückwunsch!

Jedes Jahr bekommen Vereine, Projekte oder Menschen diesen Preis.
Sie setzen sich besonders für Inklusion und Teilhabe ein.
Das bedeutet: Alle Menschen sollen mitmachen können.
Das Preis-Geld ist bis zu ein-tausend Euro.

Wir haben mit Frauke Weller gesprochen.
Sie organisiert das Projekt WassAhr.
Sie hat auch über die Chancen von Inklusion und die Preis-Verleihung gesprochen.

Unten steht der Text auch in Schwerer Sprache.
Über die Vor·lese-Funktion kann man sich den Text vor·lesen lassen.
Den Text zu den Glücks-Panthern (Hand-Ball) lest ihr hier.

TACHELES:
Tach von TACHELES!
Hallo, Frau Weller.
Sie sind vom Wasser-Sport-Verein Sinzig.
Und Sie machen beim Projekt WassAHR mit.
Bitte erzählen Sie uns:
Was ist das Projekt WassAHR?

Frauke Weller:
Unser Projekt heißt:
WassAHR positiv erfahren – Vielfalt verbindet.
Das Projekt ist ein Angebot für Wasser-Sport.
Bei uns können Menschen mit und ohne Behinderung zusammen paddeln.
Und Menschen in jedem Alter.
Paddeln bedeutet:
Man sitzt in einem Boot.
Mit einem Paddel bewegt man das Boot durch das Wasser.
Wir haben das Projekt nach der großen Flut im Ahrtal gegründet.
Bei uns können die Menschen herausfinden:
Was kann ich gut?
Und was möchte ich noch lernen?
Vor 2 Jahren haben wir auch ein eigenes Special Olympics Team gegründet.
Special Olympics ist eine Sport-Organisation für Menschen mit geistiger Behinderung.
In unserem Team trainieren Menschen mit geistiger Behinderung.
Sie trainieren zusammen mit anderen Sportlern und Sportlerinnen.
Dabei können alle besser im Sport werden.
Aber uns ist noch mehr wichtig als der Sport.
Zum Beispiel:
Alle sollen dazu gehören.
Alle sollen sich gegenseitig helfen.
Alle sollen mehr an sich selbst glauben.
Alle sollen selbst entscheiden können.
Und alle sollen überall mitmachen können.

TACHELES:
Ihr Verein hat dieses Jahr den Karl-Heinz-Thommes-Preis gewonnen.
Auch ein anderer Verein hat den Preis gewonnen.
Der Preis ist von Special Olympics Rheinland-Pfalz.
Special Olympics Rheinland-Pfalz vergibt den Preis einmal im Jahr.
Der Preis ist für Vereine:
Diese Vereine tun besonders viel für Inklusion.
Inklusion bedeutet:
Alle Menschen können dabei sein.
Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam etwas machen.
Und alle können mitbestimmen.
Herzlichen Glückwunsch zum Preis!
Heute sprechen wir mit Ihnen über den Preis.
Und über Ihr Projekt.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen:
Menschen mit und ohne Behinderung sollen zusammen paddeln?

Frauke Weller:
Die Idee ist in unserem Verein entstanden.
In unserer Jugend-Gruppe paddeln schon lange junge Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
Auch manche Trainer und Trainerinnen bei uns haben eine Behinderung.
Oder sie haben eine Krankheit.
Diese Krankheit haben sie schon sehr lange.
Auch bei manchen Begleit-Personen ist das so.
Für uns ist Inklusion deshalb ganz normal.
Menschen mit und ohne Behinderung machen bei uns schon lange gemeinsam Sport.
Wir wollten deshalb:
Noch mehr Menschen sollen bei uns mitmachen können.
Heute paddeln bei uns Menschen in jedem Alter zusammen.
Menschen mit und ohne Behinderung.
Uns ist wichtig:
Wir reden nicht nur über Inklusion.
Wir machen Inklusion jeden Tag zusammen.

TACHELES:
Wie sorgen Sie dafür:
Alle Menschen können bei Ihnen paddeln?

Frauke Weller:
Bei uns sollen möglichst alle Menschen mitmachen können.
Es ist egal:
Wie alt ein Mensch ist.
Ob ein Mensch eine Behinderung hat.
Ob ein Mensch eine Krankheit hat.
Oder ob ein Mensch besondere Hilfe braucht.
Wir sprechen mit den Menschen.
Wir fragen zum Beispiel:
Was brauchen Sie beim Paddeln?
Wie fühlen Sie sich auf dem Wasser sicher?
Manche Menschen brauchen besondere Boote.
Andere Menschen brauchen kleine Hilfs-Mittel.
Wir helfen uns auch gegenseitig.
Und wir haben ein Buddy-System.
Ein Buddy ist eine Begleit-Person.
Diese Person kennt sich gut mit dem Paddeln aus.
Sie kann anderen Menschen beim Paddeln helfen.
Bei uns paddeln Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
Sie lernen zusammen.
Und sie erleben zusammen schöne Dinge.
Dabei ist uns wichtig:
Wir passen den Sport an die Menschen an.
Jeder Mensch hat eigene Ziele.
Jeder Mensch darf selbst entscheiden:
Was möchte ich machen?
Was traue ich mir zu?
Alle Menschen können voneinander lernen.
Denn jeder Mensch weiß selbst am besten:
Was kann ich gut?
Und welche Hilfe brauche ich?

TACHELES:
Sie haben sich für den Karl-Heinz-Thommes-Preis beworben.
In Ihrer Bewerbung haben Sie geschrieben:
Menschen mit Behinderung sollen sich bei Ihnen nicht nur wie Menschen fühlen, die Hilfe brauchen.
Sie sollen sich auch als Sportler und Sportlerinnen fühlen.
Und als Fach-Leute.
Das bedeutet:
Sie haben selbst viel Wissen.
Und sie sollen helfen:
Neue Ideen für Inklusion zu entwickeln.
Warum ist Ihnen das so wichtig?

Frauke Weller:
Menschen mit Behinderung brauchen manchmal Hilfe.
Aber sie haben auch selbst viel Wissen.
Und sie haben viel Erfahrung.
Außerdem können sie viele Dinge gut.
Menschen mit Behinderung wissen selbst am besten:
Was brauche ich?
Was kann ich gut?
Und was möchte ich erreichen?
Deshalb wollen wir unsere Angebote zusammen mit Menschen mit Behinderung planen.
Wir wollen nicht einfach über Menschen mit Behinderung entscheiden.
Sondern wir wollen gemeinsam mit ihnen entscheiden.
Und gemeinsam etwas verändern.
Das bedeutet für uns echte Inklusion.

TACHELES:
Beim Paddeln haben Sie ein Buddy-System.
Das bedeutet:
Es gibt Begleit-Personen beim Paddeln.
Diese Personen kennen sich gut aus.
Sie heißen Buddys.
Sie bilden diese Buddys auch aus.
Dabei lernen die Buddys viel über Inklusion.
Wie funktioniert diese Ausbildung?

Frauke Weller:
Wir möchten:
Jeder Mensch kann Buddy werden.
Alle Buddys sollen gut auf ihre Aufgaben vorbereitet sein.
Und alle sollen sich dabei sicher fühlen.
Denn jeder Mensch kann etwas gut.
Und jeder Mensch kann etwas Neues lernen.
Alle sollen bei uns mitmachen können.
Und alle sollen Teil von unserer Gemeinschaft sein.
In diesem Jahr waren wir in Schottland und England.
Dort haben wir mit anderen Menschen gesprochen.
Diese Menschen bieten schon seit vielen Jahren Ausbildungen für Menschen mit und ohne Behinderung an.
Wir haben von ihnen gelernt.
Jetzt planen wir eine neue Ausbildung für unsere Buddys.
Dabei helfen uns Fach-Leute.
Das sind Menschen mit viel Wissen und Erfahrung.
Und Menschen mit Behinderung helfen uns bei der Planung.
Die Ausbildung soll mehrere Stufen haben.
Die erste Stufe soll einfach sein.
Möglichst alle Menschen sollen diese Stufe schaffen können.
Danach können die Buddys noch mehr lernen.
Und sie können neue Aufgaben übernehmen.
So können die Buddys immer mehr Erfahrung sammeln.

TACHELES:
Paddeln findet auf dem Wasser statt.
Auf dem Wasser kann es gefährlich sein.
Wie sorgen Sie beim Paddeln für Sicherheit?

Frauke Weller:
Sicherheit ist uns besonders wichtig.
Deshalb habe ich im Frühling vom letzten Jahr einen Kurs entwickelt.
Dabei hat mir Ralf Schneider geholfen.
Ralf Schneider arbeitet beim Deutschen Kanu-Verband.
Dort kümmert er sich um Inklusion beim Freizeit-Sport.
Unser Kurs heißt:
Sicherheit inklusive.
Wir möchten:
Alle Menschen sollen beim Wasser-Sport das Gleiche über Sicherheit lernen können.
Alle sollen wissen:
Wie verhalte ich mich auf dem Wasser?
Und was mache ich bei Gefahr?
Alle sollen sich auf dem Wasser sicher fühlen.
Unsere Sportler und Sportlerinnen von Special Olympics haben gezeigt:
Das klappt gut.
Sie haben bei unserem Anfänger-Kurs mitgemacht.
In diesem Kurs waren Menschen mit und ohne Behinderung.
Manchmal gab es schwierige Situationen.
Aber unsere Sportler und Sportlerinnen sind ruhig geblieben.
Und sie haben sicher und richtig gehandelt.
Darauf sind wir sehr stolz!
Wir hoffen:
Special Olympics bietet diesen Kurs bald in ganz Deutschland an.
Dann können noch mehr Menschen lernen:
So verhalte ich mich sicher auf dem Wasser.

TACHELES:
Sie haben auch das Netzwerk Paddeln für Alle gegründet.
Ein Netzwerk ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen arbeiten zusammen.
Sie tauschen ihr Wissen aus.
Und sie helfen sich gegenseitig.
Bei Ihrem Netzwerk machen verschiedene Vereine mit.
Wie funktioniert das Netzwerk?

Frauke Weller:
Unser Netzwerk Paddeln für Alle gibt es inzwischen in ganz Deutschland.
Wir arbeiten dabei mit dem Deutschen Kanu-Verband zusammen.
Auch Ralf Schneider hilft uns.
Er plant und organisiert die Arbeit im Netzwerk mit.
In unserem Netzwerk treffen sich verschiedene Menschen.
Zum Beispiel:
Menschen aus Sport-Vereinen.
Menschen, die Paddel-Kurse leiten.
Menschen mit Behinderung.
Und Menschen ohne Behinderung.
Wir erzählen uns von unseren Erfahrungen.
Wir lernen voneinander.
Und wir planen gemeinsam neue Angebote.
Dabei ist uns wichtig:
Das Netzwerk ist für alle Menschen da.
Und alle Menschen sollen im Netzwerk mitarbeiten können.
Wir wollen auch Fach-Leute zusammenbringen.
Diese Menschen haben viel Wissen.
Sie sollen ihr Wissen an andere Menschen weitergeben.
Dafür planen wir Schulungen.
Bei diesen Schulungen lernen die Menschen zum Beispiel:
Wie kann ich mein Wissen an andere Menschen weitergeben?
Bei unserer nächsten Schulung gibt es 10 Plätze extra für Sportlerinnen von Special Olympics.
Die Sportlerinnen kommen aus ganz Deutschland.
Denn wir finden:
Alle Menschen sollen mitmachen können.
Und alle sollen mitentscheiden können.
Wir arbeiten auch mit Menschen aus anderen Ländern zusammen.
Zum Beispiel mit Menschen aus England.
Wir wollen zusammen neue Projekte planen.
Auch in anderen Ländern in Europa.

TACHELES:
Warum haben Sie sich für den Karl-Heinz-Thommes-Preis von Special Olympics Rheinland-Pfalz beworben?

Frauke Weller:
Wir sind sehr stolz auf unser Special Olympics Team.
Unsere Sportler und Sportlerinnen machen sehr viel für den Verein.
Auch unsere Trainer und Trainerinnen helfen sehr viel.
Und unsere Begleit-Personen.
Alle machen das in ihrer Freizeit.
Und alle machen das mit viel Freude.
Zusammen schaffen wir sehr viel.
Deshalb wollten wir:
Noch mehr Menschen sollen unsere Arbeit sehen.
Und noch mehr Menschen sollen sehen:
Unser Team leistet wichtige Arbeit.
Wir freuen uns sehr über den Preis.
Denn der Preis zeigt uns:
Andere Menschen finden unsere Arbeit gut und wichtig.
Deshalb stehen bei der Preis-Verleihung auch unsere Sportler und Sportlerinnen auf der Bühne.
Und die anderen Menschen aus unserem Team.
Denn unser Team sorgt jeden Tag dafür:
Inklusion funktioniert bei uns.
Dafür hat unser Team viel Applaus verdient!

TACHELES:
Für den Karl-Heinz-Thommes-Preis bekommen Sie auch Geld.
Das Preis-Geld sind 1.000 Euro.
Was machen Sie mit dem Geld?

Frauke Weller:
Mit dem Geld wollen wir unser Special Olympics Team noch besser machen.
Wir wissen aber noch nicht genau:
Was machen wir mit dem Geld?
Das wollen wir gemeinsam entscheiden.
Wir haben noch viele Ideen.
Und wir freuen uns auf neue Aufgaben im nächsten Jahr.
Wir möchten auch den anderen Menschen und Vereinen gratulieren.
Sie haben ebenfalls einen Preis bekommen.
Es ist schön zu sehen:
Viele Menschen helfen anderen Menschen.
Und viele Menschen machen sich für andere stark.
Durch die Preise sehen noch mehr Menschen diese wichtige Arbeit.

TACHELES:
TACHELES gratuliert noch einmal ganz herzlich!
Wir wünschen dem Wasser-Sport-Verein Sinzig und dem Projekt WassAHR alles Gute.
Und vielen Dank für das Gespräch, Frau Weller!

Die Gewinner des Karl-Heinz-Thommes-Preises 2026:
die Glückspanther Dudenhofen-Schifferstadt
und der WSV Sinzig Wassahr.

Herzlichen Glückwunsch!

Wir konnten auch WassAhr zum Gespräch gewinnen. Sie sind einer von zwei Gewinner-Vereinen dieses Jahr beim Karl-Heinz-Thommes-Preis von Special Olympics Rheinland-Pfalz. Der Preis wird einmal jährlich durch den Landesverband vergeben an Vereine, Projekte oder Menschen, die sich besonders für Inklusion und Teilhabe eingesetzt haben. Er ist mit 1000€ dotiert.

Für das Team haben wir mit Frauke Weller gesprochen. Sie hat uns das Projekt präsentiert und auch über die Chancen von Inklusion und die Preisverleihung erzählt:

Tach von TACHELES!
Tach Frauke Weller.
Sie sind vom Wasser-Sport-Verein Sinzig und dem Projekt WassAhr.
Bitten stellen Sie uns das mal kurz in ein paar Worten vor.

„WassAHR positiv erfahren – Vielfalt verbindet“ ist ein inklusives Wassersportprojekt, das nach der Flutkatastrophe im Ahrtal entstanden ist. Bei uns können Menschen jeden Alters, mit und ohne Behinderung, gemeinsam paddeln und ihre eigenen Stärken entdecken. Vor zwei Jahren haben wir zudem unser eigenes Special Olympics Team gegründet, in dem Menschen mit geistiger Behinderung zusammen mit anderen Sportlern gemeinsam trainieren und ihre sportlichen Fähigkeiten weiterentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Sport, sondern vor allem um Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, Selbstvertrauen, Selbstbestimmung und Teilhabe für alle.

Sie sind dieses Jahr einer von zwei Vereinen, die gewonnen haben beim Karl-Heinz-Thommes-Preis. Das ist ein Preis von Special Olympics Rhein·land-Pfalz. Er wird ein·mal im Jahr ver·geben. Er geht an Vereine, die sich ganz besonders um Inklusion kümmern. Zuerst mal: Herzlichen Glückwunsch!
Wir wollen heute mit Ihnen reden über den Preis und über das Projekt.
Wie kamen Sie auf die Idee, inklusives Paddeln anzubieten?

Die Idee zum inklusiven Paddeln entwickelte sich aus unserem Vereinsleben. Schon in unserer Jugendgruppe paddelten junge Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam. Auch einige unserer Trainer*innen und Betreuer*innen leben selbst mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Für uns war Inklusion deshalb nie etwas Besonderes, sondern gelebter Alltag. Daraus ein Angebot für noch mehr Menschen zu entwickeln, war der nächste logische Schritt.

Heute bringen wir Menschen jeden Alters, mit und ohne Behinderung, aufs Wasser. Denn Inklusion funktioniert am besten, wenn man sie nicht nur fordert, sondern gemeinsam lebt.

Auf welche Art ist Paddeln bei Ihnen inklusiv?

Bei uns bedeutet inklusives Paddeln, dass jeder Mensch mitmachen kann – unabhängig von Alter, Behinderung, chronischer Erkrankung oder persönlichen Voraussetzungen. Wir schauen gemeinsam, was jeder Mensch braucht, um sich auf dem Wasser wohl und sicher zu fühlen. Dabei helfen angepasste Boote, kleine Hilfsmittel, gegenseitige Unterstützung und unser Buddy-System (Redaktion: Erklärung folgt unten). Menschen mit und ohne Behinderung paddeln, lernen und erleben gemeinsam.

Bei uns muss sich nicht der Mensch an den Sport anpassen. Wir gestalten den Sport so, dass möglichst alle mitmachen können. Jede Person darf eigene Ziele verfolgen, Stärken entdecken und selbst entscheiden, was sie sich zutraut. Dabei lernen wir alle voneinander – denn jeder Mensch kennt sich selbst am besten.

Sie haben auch in Ihrer Preis-Bewerbung ge·schrieben:
Menschen mit Beeinträchtigung sollen sich nicht fühlen wie jemand mit Betreuungs-Bedarf, sondern wie Athletinnen, Experten und Inklusions-Entwickler. Warum ist diese Sicht-Weise so wichtig?

Weil Menschen mit Behinderung nicht nur Unterstützung brauchen, sondern selbst unglaublich viel Wissen, Erfahrung und Können mitbringen. Sie wissen am besten, was sie brauchen, was sie können und was sie erreichen möchten. Deshalb wollen wir nicht nur Angebote für sie machen, sondern sie gemeinsam mit ihnen entwickeln. Denn echte Inklusion bedeutet für uns: nicht über Menschen entscheiden, sondern gemeinsam mit ihnen etwas bewegen.

Beim Paddeln haben Sie ein Buddy-System. Das heißt: Es gibt Begleit-Personen,
die sich gut aus·kennen. Diese nennt man Buddy. Sie bilden diese Buddys auch aus für Inklusion. Wie funktioniert diese Ausbildung?

Wir möchten, dass jeder Mensch Buddy werden kann und sich dabei gut vorbereitet und sicher fühlt. Denn jeder bringt eigene Stärken mit, und jeder soll die Möglichkeit haben, sich einzubringen, dazuzulernen und Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Dafür waren wir dieses Jahr in Schottland und England und haben uns mit Menschen ausgetauscht, die seit vielen Jahren inklusive Ausbildungen anbieten.

Gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten und Menschen mit Behinderung entwickeln wir die Ausbildung deshalb gerade neu. Sie soll aus mehreren Stufen bestehen: vom einfachen Einstieg, den alle schaffen können, bis hin zu weiteren Qualifikationen, bei denen man mit seinen Erfahrungen wächst.

Paddeln ist auf dem Wasser. Das kann gefährlich sein. Wie sorgen Sie beim inklusiven Paddeln für Sicherheit?

Sicherheit ist für uns besonders wichtig. Deshalb habe ich im Frühjahr letzten Jahres gemeinsam mit Ralf Schneider, aktuell Referent für Inklusion im Freizeitsport beim Deutschen Kanuverband, den Kurs „Sicherheit inklusive“ entwickelt. Unser Ziel ist, dass alle Menschen im Wassersport die gleichen Sicherheitskenntnisse erwerben und sich auf dem Wasser sicher fühlen können.

Wie gut das funktioniert, haben unsere Special Olympics Athlet*innen gezeigt. Bei unserem inklusiven Anfängerkurs haben sie in schwierigen Situationen souverän und sicher reagiert. Darauf sind wir unglaublich stolz! Wir hoffen, dass dieses Pilotprojekt deutschlandweit bei Special Olympics umgesetzt wird.

Sie haben auch das Netzwerk „Paddeln für alle“ gegründet zum Austausch mit anderen Vereinen. Wie funktioniert das?

Unser Netzwerk „Paddeln für Alle“ ist mittlerweile deutschlandweit vertreten und wird über den Deutschen Kanu-Verband gemeinsam mit dem Referenten Schneider weiterentwickelt und koordiniert.

Wir bringen Vereine, Trainer*innen und Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, damit wir voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam neue Angebote schaffen. Unser Ziel ist ein Netzwerk aus der Community, für die Community. Dafür bauen wir ein Expertennetzwerk auf und planen Schulungen für Menschen, die ihr Wissen weitergeben möchten. Bei unserer nächsten Multiplikatorenschulung sind zehn Plätze ausdrücklich für Special Olympics Athletinnen aus ganz Deutschland reserviert. Denn echte Teilhabe bedeutet, dass alle nicht nur mitmachen, sondern auch mitgestalten können.

Auch auf europäischer Ebene wachsen wir weiter und planen gemeinsame Projekte mit Partnern aus England und anderen Ländern.

Warum haben Sie sich be·worben für den Karl-Heinz-Thommes-Preis von Special Olympics Rhein·land-Pfalz?

Wir haben uns beworben, weil wir unglaublich stolz auf unser Special Olympics Team sind. Unsere Sportlerinnen, Trainerinnen und Betreuer*innen setzen sich mit so viel Herz, Freude und Engagement in ihrer Freizeit ein und bewegen gemeinsam unglaublich viel. Wir möchten, dass diese tolle Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird.

Dass wir diesen Preis gewonnen haben, macht uns sehr glücklich und ist eine wunderbare Anerkennung für das gesamte Team. Deshalb stehen bei der Preisverleihung auch unsere Sportler*innen und das Team auf der Bühne. Denn sie sind es, die Inklusion jeden Tag mit Leben füllen, und sie haben diesen Applaus wirklich verdient!

Der Preis hat ein-tausend Euro Preis-Geld. Was machen Sie mit dem Geld?

Das Geld werden wir für die Weiterentwicklung unseres Special Olympics Teams einsetzen. Was wir damit genau machen, möchten wir gemeinsam entscheiden. Wir haben noch viele Ideen und freuen uns schon auf die nächsten Schritte im kommenden Jahr.

Natürlich gratulieren wir auch allen anderen Preisträger*innen von Herzen. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen sich mit so viel Engagement für andere einsetzen und dass dieses Engagement sichtbar wird.

TACHELES sagt noch mal herzlichen Glückwunsch und alles Gute an den Wasser-Sport-Verein Sinzig und das Projekt WassAhr.

Und danke, Frau Weller, für das Gespräch!

Autismus-Fach-Tag an der Uni Trier

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An der Uni Trier fand heute ein Fach-Tag zum Thema Autismus statt.
Es gab Vorträge von Expertinnen und Experten,
Einblicke in das Leben von einem Menschen mit Autismus
(Dank an Nils Petri!)
und später Arbeits-Gruppen zu einzelnen Themen-Bereichen,
wie zum Beispiel der Übergang ins Berufs-Leben.

Wir haben gelernt:
Autismus ist ein breites Spektrum und sehr viel·fältig.
Er bringt eigene Blick-Winkel mit,
aber wenn man Menschen mit Autismus das richtige Umfeld bietet,
können sie schnell Fuß fassen
oder in komplexen Arbeits-Feldern aktiv werden.

In einiger Zeit wird TACHELES das Thema in Gesprächen noch näher an·schauen.

Blick hinter die Kulissen: Lebenshilfe-Werke Trier zeigen inklusive Arbeits-Plätze

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Am Sonntag war das Sommer-Fest 
von den Lebenshilfe-Werken Trier.

Britta Weizenegger, die Bürger-Meisterin von Trier,
Franziska Hennen, Mitglied von dem Orts·Beirat Konz, 
und Ralf Päßler, Orts-Vorsteher von Trier-Zewen 
haben das Fest eröffnet.

Es gab viel zu er·leben. 
Stände haben Unterhaltung und Information ge·boten.
Die Lokale Agenda und das Hofgut Serrig waren auch da.
Für jeden war etwas dabei.

Das inklusive Theater com.guck. hat eine Probe 
von seinem neuen Stück „Heidi“ ge·zeigt.

Lokale Bands sorgten für gute Musik.
Es gab Führungen durch die Werkstätte.
Dort konnte man inklusive Arbeits-Plätze sehen.
Die Besucherinnen und Besucher waren 
begeistert.

Tacheles Reporterin Martina hat einige Menschen ge·fragt: 
Wie hat Ihnen die Führung ge·fallen?
Haben Sie sich inklusive Arbeits-Plätze so vorgestellt?

Wahl in Sachsen-Anhalt – leicht erklärt!

Es gab eine Wahl in Sachsen-Anhalt.
Das ist ein Bundes-Land von Deutschland.
Die AfD hat die Wahl ge·wonnen.

Aber: Es gibt aktuell keine Mehrheit.
So kann es keine Regierung geben.
Die AfD hat nicht genug Stimmen, um alleine zu regieren.
Andere Parteien wollen nicht mit der AfD regieren.
Auch das BSW nicht.

CDU + Linke + SPD + Grüne haben gemeinsam so viele Stimmen wie die AfD.
Aber auch keine Mehrheit.
Aber: Die CDU will auch nicht mit der Linken zusammen-arbeiten.
Falls die vier sich auf einen Kandidaten einigen und gemeinsam unterstützen,
haben sie genauso viele Stimmen wie die AfD.
Das Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) will auf keiner Seite stehen.

Problem:
Wenn die Parteien den Minister-Präsidenten wählen, ist das geheim.
Entscheiden sich drei Personen anders,
dann kann es einen Sieger geben.

Wenn es keinen Sieger gibt:
Schritt 1: Das Parlament löst sich auf.
Es gibt Neu-Wahlen.
Auch das muss eine Mehrheit gemeinsam entscheiden.

Wenn nicht, dann Schritt 2:
Eine einfache Mehrheit wählt den Minister-Präsidenten.
Entscheidet sich eine Person anders,
dann kann es schon einen Sieger geben.
Und wenn nicht?

Schritt 3: Es wird so lange ge·wählt, bis jemand gewinnt.

Wenn niemand gewinnt, Schritt 4:
Die alte Regierung bleibt im Amt.
Es gibt keine Grenze, wie lange.

Graphiken:
https://www.fr.de/politik/grafik-koalititionen-nach-sachsen-anhalt-wahl-live-ergebnisse-in-zr-94476935.html
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/mdrfragt-eilbefragung-option-cdu-,mdrfragt-neue-befragung-eilbefragung-landtagswahl-ergebnisse-100.html
https://www.facebook.com/ZeitimBild/posts/keine-absolute-die-afd-gewinnt-die-landtagswahl-in-sachsen-anhalt-mit-deutlichem/1495914459250768/
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/landtagswahl-sachsen-anhalt-prognose-hochrechnung-ergebnisse-liveticker-102.html

Kostet es bald Geld, die Regierung etwas zu fragen? IFG – Leicht erklärt!

Die Regierung möchte ein Gesetz ändern.
Das Gesetz heißt: Informations-Freiheits-Gesetz.
Die Abkürzung ist: IFG
Das Gesetz regelt ein Recht, das alle Menschen in Deutschland haben:
Das Recht auf Informationen vom Staat.
Alle Menschen dürfen Fragen stellen an die Behörden vom Staat.
Man muss keinen Grund dafür nennen.

Die Antwort ist oft kosten·los.
Denn: Alle sollen wissen, was der Staat macht.
> Keine Geheimnisse .
> Vertrauen in die Arbeit von der Regierung.

Es ist ganz einfach, dem Staat Fragen zu stellen.
Hier ist eine Vorlage:

Aber: Die Regierung will das Gesetz ändern.
Sie sagt:
Es sind zu viele Fragen.
Die Antworten kosten viel Zeit.
> Das ist zu teuer.

Viele Leute finden die Änderungen nicht gut.
Auch für die Medien ist das sehr schlecht.
Sie sagen:
Die Regierung will heimlich arbeiten.
Medien können die Fehler von der Regierung nicht auf·decken.

Warum gibt es gerade so viele Brände? Waldbrand – Leicht erklärt!

Durch den Klima-Wandel wird es immer
wärmer und es regnet lange Zeit nicht.
Deswegen sind die Pflanzen und der Boden
sehr trocken.
So kann ein Feuer schnell sehr groß werden.

Das passiert gerade an vielen Orten.
Zum Beispiel:
– in Belgien, im Naturschutz-Gebiet Hohes Venn, nahe der deutschen Grenze
– in Hürtgenwald, Deutschland, nahe bei Belgien
– im Saarland, im Westerwald und bei Koblenz

Was kann jeder gegen den Klima-Wandel tun?
Was wünscht Ihr Euch von der Politik?

Wenn ihr mit·reden wollt:
Schreibt es uns in die Kommentare
auf Facebook
oder Instagram.

Zu wenige Menschen mit Beeinträchtigung: große Lücke im Bundes-Tag

Im Bundes-Tag sitzen Menschen, die Gesetze machen.
Aber: Viele Gruppen von Menschen sind im Bundes-Tag zu wenig vertreten.

Zum Beispiel:
Etwas weniger als jeder zehnte Mensch in Deutschland hat eine Schwer-Behinderung.
Das sind 9 Prozent.
Im Bundes-Tag haben nur 3 Prozent von den Mitgliedern eine Schwer-Behinderung.
Es müssten also drei·mal so viele sein.

Ist das ein Problem?
Manche sagen: Nein.
Denn: Die Mitglieder im Bundes-Tag können auch Politik machen für Menschen, die anders sind als sie selbst.
Andere sagen: Ja, das ist ein Problem.
Denn: Wenn die verschiedenen Gruppen von Menschen nicht so sehr dabei sind, dann fehlen auch die Themen von ihnen.
Es gibt die Gefahr, dass man sie schnell über·hört.

Quellen:
t-online.de
bpb
Deutschlandfunk
Brandnewbundestag

Special Olympics Saarland 2026 nationale Spiele

Vom 15. bis 20. Juni: die Special Olympics Deutschland-Spiele 2026.

Klicken, um zum Thema zu kommen:

Vorberichte:
1) Wo TACHELES berichtet
2) Die Spiele in Zahlen
3) Wer vertritt Trier?

vor Ort:
4) Erster Tag, Bostal-See
5) 3 Fragen an: Volunteers, See-Rettung, Polizei, …
6) Neues von den Leuten aus Trier
7) Fotos vom Rad-Sport
8) Fotos vom Reiten
9) Tisch-Tennis
10) Sieger-Ehrungen
11) Abschluss-Feier
12) hinter den Kulissen

Für die Vor·lese-Funktion:
Um selbst eine Stelle aus·zu·wählen,
Text mit der Maus markieren, Play > drücken

Hier seht ihr zuerst ein Video und Fotos von den ganzen Spielen:

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1) Wo TACHLES berichtet

Hier sind wir für euch unterwegs:
Montag – Bostalsee
Dienstag – Sankt Wendel
Mittwoch – Saarbrücken
Samstag – Abschluss-Feier Saarbrücken

2) Die Spiele in Zahlen

So viele Leute sind dabei:

13.000 (Drei-Zehn-Tausend):
So viele Menschen sind aktiv bei den Spielen dabei.

4.300 (Vier-Tausend-Drei-Hundert):
So viele Athletinnen und Athleten
sowie Unified-Teilnehmende
sind dabei.

27 (Sieben-Und-Zwanzig):
So viele Sport-Arten gibt es.

1.500 (Ein-Tausend-Fünf-Hundert):
So viele Trainerinnen und Trainer sind dabei.

2.500 (Zwei-Tausend-Fünf-Hundert):
So viele Helferinnen und Helfer sind dabei.

100.000 (Ein-Hundert-Tausend):
So viele Besuchende werden insgesamt erwartet.

Und ihr?
Seid ihr auch dabei?
Verfolgt die Seite hier von uns
und folgt uns auf Facebook und Instagram,
um alles mit zu bekommen!

3) Wer vertritt Trier?

Über vier-tausend Athletinnen und Athleten sind bei den Spielen dabei.
Diese Gruppen vertreten Trier:

Lebenshilfe Trier e.V.:
9 Teilnehmende im Bowling.
Vor einem Jahr in Mainz haben sie 3-mal Gold, 2-mal Silber und 1-mal Bronze geholt.

Lebenshilfe-Werke Trier:
16 Teilnehmende in Leicht-Athletik und Tisch-Tennis.
Ziel: Spaß haben, gute Stimmung, Mit·einander spüren.

4) Erster Tag: Bostal-See

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5) Drei Fragen an: …

3 Fragen an: die Volunteers (freiwillige Helferinnen und Helfer)

Als Sie gehört haben: Special Olympics kommt ins Saarland. Was dachten Sie da?
Wir wurden von unserer Arbeit gefragt: Wollt ihr mit·machen?
Da haben wir das erst mal im Internet ge·sucht, um mehr darüber zu lernen.

Was sind Ihre Aufgaben heute hier?
Wir haben auf·gebaut, die Strecke für Triathlon markiert und schauen, dass alle ohne Problem klar·kommen.

Was er·hoffen Sie sich von den Spielen?
Jede Menge Gaudi! Gute Laune, viele Emotionen, inklusives Mit·einander und viel Spaß.

TACHELES sagt Danke für die Antworten und wünscht viel Freude und Erfolg!

3 Fragen an: Nadine, Polizistin bei den Special Olympics Deutschland -Spielen.
Als Sie gehört haben: Special Olympics kommt ins Saarland. Was dachten Sie da?
Oha, das wird viel Arbeit!

Was sind Ihre Aufgaben heute hier?
Auf die Sicherheit schauen und darauf achten, dass keine Straft-Taten ge·macht werden, die uns als Polizei be·treffen.

Was er·hoffen Sie sich von den Spielen?
Dass es für uns ruhig bleibt und alle viel Spaß haben.

TACHELES sagt Danke für die Antworten und wünscht viel Freude und Erfolg!

3 Fragen an: Joachim, Volunteer (freiwilliger Helfer)

Als Sie gehört haben: Special Olympics kommt ins Saarland. Was dachten Sie da?
In Berlin habe ich Special Olympics das erste Mal ge·sehen. Bei den Welt-Spielen. Das war totaler Zufall. Ich war früher Erzieher. Jetzt bin ich Rentner. Da habe ich Zeit. Ich wollte also mit·machen.

Was sind Ihre Aufgaben heute hier?
Ich bin beim Triathlon, beim Fahrrad-Fahren. Da stehe ich am Wende-Punkt: Wo die Fahrrad-Fahrer die Richtung ändern müssen. Ich schaue, dass da alles funktioniert.

Was er·hoffen Sie sich von den Spielen?
Dass alle gesund bleiben.

TACHELES sagt Danke für die Antworten und wünscht viel Freude und Erfolg!

3 Fragen an: die Wasser-Retter vom DLRG

Haben Sie sich speziell auf die Menschen bei Special Olympics vor·bereitet?
Ja. Wir haben den Umgang extra ge·übt. Denn: Auf dem Wasser sind die Menschen ohne Betreuung, sie sind allein. Da kann es Probleme geben mit der Orientierung, mit langsamer Reaktion oder mit Panik. Mehr als bei den Bade-Gästen, die wir sonst hier haben. Deshalb haben wir das extra ge·übt.

Als Sie gehört haben: Special Olympics kommt ins Saarland. Was dachten Sie da?
Wir haben uns ge·freut, es ist etwas Besonderes. Es ist schön, so Spiele hier zu haben. Und die Menschen.

Was sind Ihre Aufgaben heute hier?
Wasser-Rettung und Sicherung. Wir schauen also, dass alles gut funktioniert auf dem See. Beim Segeln und beim Schwimmen vom Triathlon.

TACHELES sagt Danke für die Antworten und wünscht viel Freude und Erfolg!

Neues von den Trierern

Wir informieren euch über die Teilnehmer an Special Olympics aus Trier. Das Team von der @lebenshilfetrier habt ihr schon gesehen bei uns. Wie läuft es beim Team der @lebenshilfe_werke_trier_gmbh und @hofgut.serrig?

Die An·reise war am Montag. Es ging ins Hotel und dann zur Eröffnungs-Feier. Die ging sehr lang. Aber das Team fand sie sehr eindrucks·voll.

Am Dienstag hat das Team mit·gemacht bei Healthy Athletes. Das ist Englisch für: Gesunde Athleten. Sie haben ge·lernt über Ernährung, Zähne und viel mehr. Dann kamen die ersten Spiele im Tisch-Tennis.

Jetzt geht es in die nächsten Spiele. Das Team will vor allem einfach Spaß haben. Auch Leicht-Athletik ist dran. Die Stimmung ist gut.

7) Fotos vom Rad-Sport

8) Fotos vom Reiten

9) Tisch-Tennis

Den Sport Tisch-Tennis gibt es schon seit locker über 100 Jahren.

Seit den 1980er Jahren ist Tisch-Tennis bei Special Olympics dabei.

Über 150-Tausend Menschen auf der Welt sind Tisch-Tennis-Athleten bei Special Olympics.

Roll-Stuhl-Fahrer spielen meistens mit Fuß-Gängern gemeinsam.

Und unser Redakteur Heinrich hat sogar mal eine Gold-Medaille im Tisch-Tennis bei den Deutschland-Spielen 2012 ge·wonnen.

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10) Sieger-Ehrungen

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11) Abschluss-Feier

12) Hinter den Kulissen

Protest-Tag mit Demo 5. Mai + Partyzipation 2026

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Am 5. Mai ist ein großer Protest-Tag:
für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung.
Der Tag ist in ganz Europa.

In Trier: Seit einigen Jahren gibt es große Demos.
TACHELES berichtet.

Rund um die Demo gibt es auch immer eine inklusive Feier:
die PARTYzipation.
Das ist eine inklusive, barriere-arme Party.

Hier seht ihr Fotos und Videos.

Der „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ wird seit einigen Jahren in Trier mit einer großen Demo begangen. TACHELES berichtet.

Außerdem seht ihr hier Fotos und Videos von der inklusiven PARTYzipation, die immer rund um den Protesttag stattfindet.

Viele Berichte: inklusives Magazin „MIT“ gemeinsam mit dem WochenSpiegel

Wir haben ein sehr großes Projekt gemacht:
Wir haben ein inklusives Magazin gemacht,
gemeinsam mit der Zeitung „WochenSpiegel“.
Das ist eine große Zeitung aus Trier, der Eifel und der Mosel-Region.

Einige Monate lang haben wir zusammen-gearbeitet.
Menschen aus beiden Redaktionen haben die Berichte Hand in Hand gemacht.
Es war ein richtig inklusives Mit·einander.
In den Berichten geht es um:
Inklusion und Teil·habe, Gespräche, Infos und vieles mehr.

Jetzt gibt es ein Magazin mit vielen Berichten von uns.
Und es gibt noch mehr Berichte:
Die kommen im normalen WochenSpiegel,
jetzt und in den nächsten Wochen und Monaten.

Hier lest ihr die Artikel in Leichter Sprache.
Wenn ihr zu einem Artikel springen wollt:
Klickt auf die Überschrift hier in der Liste.
Oder schiebt die Seite weit genug nach unten.

Die Artikel in Schwerer Sprache gibt es beim WochenSpiegel (hier klicken).

1) Bus-Test: Wie barriere-frei geht Bus-Fahren in Trier?
2) Wer darf über wen lachen? Wir fragen die Comedians: Tan Caglar und Chris Tall
3) Liste von wichtigen Wörtern rund um Inklusion
4) Behindert – beeinträchtigt – oder welches Wort soll ich dafür nutzen?
5) EU-Behinderten-Ausweis: Infos
6) Inklusive Sport-Angebote in Trier
7) Inklusions-Lotsen für Sport-Vereine
8) Gespräch mit Karl-Heinz Thommes (Ehren-Präsident von Special Olympics) und Guido Kirsch (Lebenshilfe Prüm)
9) Was machen die Lebenshilfe Werke Trier?

Bus-Test: barriere-frei?

Komm, wir fahren mit dem Bus

Für viele Menschen ist Busfahren normal.
Sie fahren jeden Tag mit dem Bus.
Zum Beispiel: Zur Arbeit oder nach Hause.

Wir machen einen Test.
Wir prüfen: Ist Busfahren in Trier barriere-frei?
Barriere-frei bedeutet:
Alle Menschen können den Bus gut nutzen.

Dabei sind Heike und Wolfgang.
Sie arbeiten im inklusiven Medien-Team TACHELES.
Das Team gehört zur Lebenshilfe Trier.

Alltag im Bus

Der Bus hält an der Haltestelle.
Die Türen gehen auf.
Viele Menschen steigen ein.
Andere steigen aus.
Alles geht schnell.

Für viele Menschen ist das normal.
Aber für Menschen mit Beeinträchtigung ist das oft schwierig.
Zum Beispiel für Menschen im Rollstuhl.

Heike und Wolfgang erleben das jeden Tag.
Ihre Erfahrungen sind unterschiedlich.
Manches klappt gut.
Manches klappt nicht gut.

Darum stellen wir eine Frage:
Wie barriere-frei ist Busfahren in Trier?

Die Idee für den Test

Wir wollen es genau wissen.
Darum machen wir einen Barriere-Check.
Das bedeutet:
Wir fahren mit dem Bus und schauen genau hin.

Wir machen zwei Fahrten.
Das zeigt nur einen Teil der Wirklichkeit.
Aber wir bekommen einen Eindruck.

Am Ende sagen wir:
Es kommt darauf an.

Gespräch mit den Stadtwerken

Nach unserem Test sprechen wir mit den Stadtwerken Trier.
Kurz sagt man: SWT.

Wir erzählen von unseren Erfahrungen.
Wir stellen Fragen.
Wir schauen uns auch einen Bus an.

Dort sehen wir:
So soll alles funktionieren.
Zum Beispiel die Rampe für den Rollstuhl.

Auch ein Vertreter vom Behinderten-Beirat Trier ist dabei.
Er heißt Gerd Dahm.

Der Weg zur Haltestelle

Es ist 17 Uhr.
Viele Menschen haben Feierabend.
Wir fahren vom Petrisberg los.
Unser Ziel ist der Hauptbahnhof.
Dann fahren wir weiter nach Trier-Süd.

Wir müssen einmal umsteigen.
Der Weg wirkt einfach.
Aber das stimmt nicht.

Schon der Weg zur Haltestelle ist schwierig.
Es gibt Stufen.
Es gibt Bordsteine.
Es gibt Gully-Deckel.

Für Wolfgang im Rollstuhl sind das Hindernisse.
Er fragt sich:
Komme ich zur Haltestelle?
Komme ich in den Bus?
Wer hilft mir?

Technik im Bus

Die Busse haben eine besondere Technik.
Sie sind niedrig gebaut.
Sie können sich absenken.
Es gibt eine Klapp-Rampe.

Aber Technik allein reicht nicht.
Die Rampe funktioniert nur gut,
wenn der Bus nah am Bordstein hält.
Oft stehen Autos im Weg.
Dann ist die Rampe sehr steil.
Wolfgang braucht dann Hilfe.

Der Weg zur Haltestelle ist anstrengend

Die Haltestelle ist etwa 200 Meter entfernt.
Der Weg geht über einen Parkplatz.

Heike schiebt Wolfgang.
Allein wäre es zu schwer für ihn.

Der Einstieg in den Bus

Der Bus kommt.
Wolfgang zeigt seinen Schwerbehinderten-Ausweis.
Das ist wichtig.
So sieht der Fahrer:
Er möchte mitfahren.

Heike drückt den Knopf an der Tür.
Die Tür geht auf.
Dann geht sie sofort wieder zu.

Vorne steigen viele Menschen ein.
Hinten wartet Wolfgang.

Die Tür geht noch einmal auf.
Ein Mann will helfen.
Er ist unsicher.
Er steht auf der Rampe.
Der Fahrer kommt nicht nach hinten.
Deshalb helfen wir.

Wolfgang erzählt:
Ein Helfer hat sich einmal verletzt.
Die Rampe ist auf seinen Arm gefallen.

Stress im Bus

Viele Menschen schauen zu.
Alle warten.
Die Situation ist stressig.

Die Stadtwerke sagen:
Für Hilfe muss Zeit sein.
Sicherheit ist wichtig.

Aber in Wirklichkeit ist es oft anders.
Die Menschen wollen schnell weiter.

Im Bus

Wolfgang kommt in den Bus.
Er fährt auf den Rollstuhl-Platz.
Aber der Bus fährt schon los.
Er muss sich festhalten.
Er steht nicht richtig.

Manchmal ist der Platz auch besetzt.
Zum Beispiel durch Taschen.
Oder durch andere Menschen.
Dann muss Wolfgang etwas sagen.

Beim Aussteigen

Beim Aussteigen ist wieder Stress.
Die Rampe muss ausgeklappt werden.
Viele Menschen gehen durch die Tür.

Wolfgang steigt aus.
Dann fährt der Bus sofort weiter.

Wolfgang sagt:
Manche Fahrer helfen.
Andere warten auf Hilfe von Fahrgästen.

Er sagt auch:
Es ist schade, wenn niemand hilft.
Für ihn ist das Gefühl wichtig.
Er muss warten.
Er ist auf Hilfe angewiesen.

Was ist echte Barriere-Freiheit?

Gerd Dahm sagt:
Barriere-frei bedeutet:
Man braucht keine Hilfe von anderen.
Das steht auch im Gesetz.
Aber in der Wirklichkeit ist das schwer.

Die Sicht der Busfahrer

Die Stadtwerke sagen:
Fahrer sollen helfen.
Wenn das nicht geht,
sollen sie andere Fahrgäste ansprechen.
Die Fahrer bekommen Schulungen.
Sie lernen den Umgang mit Rollstuhl und Rollator.
Trotzdem ist der Alltag schwierig.
Vor allem am Abend.
Viele Menschen wollen gleichzeitig einsteigen.
Der Fahrer muss nach hinten gehen.
Er muss die Rampe bedienen.
Vorne warten Menschen.
Sie wollen Tickets kaufen.
Das macht Druck.

Verantwortung im Alltag

Gerd Dahm sagt:
Die Verantwortung liegt nicht nur beim Fahrer.
Oft fühlen sich Menschen nicht zuständig.
Viele stehen da.
Aber niemand hilft.
Hilfe und Rücksicht müssen normal sein.
Menschen mit Behinderung wollen nicht immer fragen müssen.
Das ist anstrengend.

Wolfgang sagt:
Manchmal wird die Rampe nicht ausgeklappt.
Dann muss er erst fragen.
Im Bus ist oft wenig Platz.
Menschen stehen im Weg.
Dann kommt er nicht rein oder raus.
Für ihn ist das eine große Barriere.
Er muss sprechen.
Er muss erklären.
Er fällt auf.
Das möchte er nicht.

Umsteigen am Bahnhof

Wir kommen am Hauptbahnhof an.
Wir müssen zum nächsten Bus.
Es gibt viele Hindernisse.
Zum Beispiel Bordsteine und Gully-Deckel.
Viele Menschen sind unterwegs.
Es gibt viele Busse und viele Linien.
Das ist unübersichtlich.

Heike bleibt ruhig.
Sie kennt viele Wege.
Wenn sie unsicher ist, fragt sie andere Menschen.
Oder sie nutzt ihr Handy.

Informationen sind wichtig

Heike kann nicht lesen.
Trotzdem fährt sie allein Bus.
Aber das klappt nur,
wenn sie die Strecke kennt.
Neue Orte sind schwierig.
Fahrpläne sind oft schwer zu verstehen.
Blinde Menschen können sie oft nicht nutzen.

Man kann bei den Stadtwerken anrufen.
Dort bekommt man Hilfe:
0651 717-273.
Das geht zu jeder Uhr-Zeit, auch nachts.

Auch Apps zeigen Verbindungen an.
Aber nur, wenn man sie kennt und nutzen kann.

Die zweite Fahrt

Wir erreichen den nächsten Bus rechtzeitig.
Viele Menschen steigen aus.
Es ist eng.
Taschen stoßen gegen Wolfgang.

Ein Mann hilft sofort.
Er klappt die Rampe aus.
Der Einstieg klappt gut.
Beim Aussteigen wartet Wolfgang wieder.
Dann hilft jemand.

Unser Ergebnis

Wir kommen am Ziel an.
Wir merken:
Es kommt darauf an:
ob die Technik funktioniert,
ob Menschen helfen,
ob Informationen verständlich sind.

Und es kommt darauf an,
ob Menschen Rücksicht nehmen.

Hilfe soll früh kommen.
Nicht erst nach langem Warten.

Was bedeutet Barriere-Freiheit?

Barriere-Freiheit ist mehr als Technik.
Und mehr als Regeln.

Barriere-Freiheit entsteht jeden Tag neu.
Durch das Verhalten von Menschen.
Durch Aufmerksamkeit.
Und durch Respekt.


Wer darf über wen lachen?

Humor für alle.

Humor ist für alle Menschen wichtig.
Humor verbindet.
Humor kann Barrieren abbauen.
Komiker Chris Tall sagt:
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Alle sollen mitreden dürfen.
Deutschland ist bunt.
Das ist gut so.

Komiker Tan Caglar sitzt im Roll-Stuhl.
Er hatte früher keinen Roll-Stuhl.
Er sagt:
Jeder soll über jeden Witze machen dürfen.
Aber: Die Witze sollen Respekt haben.

In Schwerer Sprache lest ihr das beim WochenSpiegel.

In Leichter Sprache lest ihr das Gespräch mit Tan Caglar hier:

Ein Witz und eine wichtige Frage

Auf einer Bühne sagt ein Komiker:
„Sind Rollstuhl-Fahrer hier? 
Bitte mal auf·stehen.“

Viele Menschen lachen.
Aber: Das ist mehr als nur ein Witz.
Es ist die Frage:
Wie darf man Humor verstehen?

Diesen Witz machen zwei Komiker bei ihren Auftritten.
Sie heißen: Chris Tall und Tan Caglar
Deshalb: Das Team vom inklusiven MIT-Magazin wollte genau nach·hören.

Wir haben also mit beiden gesprochen.
Es ging um wichtige Fragen:

  • Wie funktioniert Inklusion in der Comedy?
    Inklusion bedeutet: Alle Menschen können überall mitmachen.
  • Welche Verantwortung haben Komiker?

Es geht auch um diese Fragen:
Wann ist ein Witz nur eine Provokation?
Wann schließt ein Witz Menschen aus?
Wie kann Humor Türen öffnen statt Türen zu schließen?

Achtung: Schwierige Themen im Text

In diesem Text geht es auch um psychische Krankheiten.
Zum Beispiel um Depressionen.

Vielleicht machen dich diese Themen traurig oder belasten dich.
Dann kannst du eine Pause machen.
Oder du holst dir Hilfe.

Hier bekommst du Hilfe am Telefon:

0800 11 10 111
0800 11 10 222

Die Beratung ist kostenlos.

Wer darf über wen lachen?

Tan Caglar spricht über Humor und Grenzen

Tan Caglar ist Comedian.
Er macht Witze auf der Bühne.

Er spricht über diese Fragen:

  • Wer darf über wen Witze machen?
  • Wo sind die Grenzen von Humor?
  • Was hat er selbst erlebt?

Tan Caglar sitzt im Rollstuhl.
Der Weg in den Rollstuhl war für ihn sehr schwer.
Er bekam eine starke Depression.

Im Gespräch spricht er offen darüber.

Frage: Wer darf über wen lachen?

Viele Menschen streiten darüber:
Darf man über alles Witze machen?
Oder gibt es Grenzen?

Tan Caglar sagt:

Man darf den Humor nicht einfach verbieten.
Er findet: Erst einmal darf jeder über alles sprechen.

Aber: Manchmal wird es schwierig.
Wenn er als Zuschauer merkt:
Da redet jemand über ein Thema, das er oder sie gar nicht kennt.
Oder jemand macht sich über Menschen lustig statt über eine Situation.

Schlimm ist für ihn:
Witze über eine Person, die sich nicht wehren kann.
Dann ist es für ihn nicht mehr lustig.

Frage: Darfst du als Rollstuhl-Fahrer mehr Witze machen als andere?

Tan Caglar sagt:

Nein.
Nur weil ich selbst betroffen bin, darf ich nicht mehr.

Es ist eine Kunst.
Die Zuschauer sollen denken:
„Wir dürfen darüber lachen.“
Und sie sollen kein schlechtes Gewissen haben.

Ich sitze selbst im Rollstuhl.
Das hilft manchmal. 
Die Menschen haben dann weniger Angst zu lachen.
Aber wichtig ist vor allem:
Welche Haltung steckt hinter dem Witz?

Frage: Hat sich dein Humor verändert?

Tan Caglar sagt:

Ja.
Am Anfang wollte ich immer stark wirken.
Ich wollte keine Witze über mich selbst machen.

Andere haben mir gesagt:
„Mach das nicht. 
Sonst haben die Leute nur Mitleid.“

Diese Angst war aber schnell weg.
Ich will: Leute sollen lachen.
Ich habe gemerkt:
Nur wenn ich über mich selbst lachen kann,
können andere mit·lachen.

Frage: Achtest du darauf, dass deine Auftritte barriere-frei sind?

Barriere-frei bedeutet:
Auch Menschen mit Beeinträchtigung können überall gut hinkommen.

Tan Caglar sagt:

Ja, das ist mir sehr wichtig.

Ich bekomme oft Nachrichten von Menschen mit Behinderung.
Sie schreiben:
„Wir haben keinen Platz mehr bekommen.“

Oft gibt es nur sehr wenige Rollstuhl-Plätze.
Das ist traurig.
Vor allem, weil ich im Rollstuhl auftrete.

Das liegt manchmal an dem Ort, wo der Auftritt sein soll.
Viele Theater und Hallen sind alt.

Oder: Veranstalter bieten nur schlechte Lösungen an.
Rollstuhl-Fahrer sitzen dann am Rand.
Oder sie müssen weit weg sitzen von ihren Begleit·Personen.
Das fühlt sich an wie Ausgrenzung.

Man könnte die Plätze besser im Publikum verteilen.

Es hat sich schon etwas ver·bessert.
Aber im Vergleich zu anderen Ländern: Es gibt noch viel zu tun.
Auch in den Gesetzen und in der Politik.

Frage: Du sitzt im Rollstuhl, seit du 25 Jahre alt bist.

Du sprichst offen über Depressionen.
Wie war diese Zeit für dich?

Tan Caglar sagt:

Ich hatte vier oder fünf Jahre lang eine schwere Depression.

Ich habe mich komplett zurück·gezogen.
Ich wollte keine Menschen treffen.
Ich bekam Panik.

Nichts hat mir Spaß gemacht.
Alles fühlte sich grau an.

Ein Warn-Zeichen war dieser Gedanke:
Ich habe angefangen zu vestehen,
warum manche Menschen nicht mehr leben wollen.

Da wusste ich:
Jetzt muss etwas passieren.

Frage: Woran merkt man, dass es mehr ist als nur eine schlechte Phase?

Tan Caglar sagt:

Wenn dieser Zustand viele Wochen bleibt.

Wenn man morgens aufwacht und denkt:
„Wie soll ich diesen Tag schaffen?“

Schlafen war für mich das Beste.
Dann musste ich nicht denken.

Abends war ich sehr müde.
Auch wenn ich gar nichts gemacht hatte.

Frage: Was hat dir geholfen?

Tan Caglar sagt:

Meine Eltern haben mir sehr geholfen.
Und Rollstuhl-Basketball.

Der Sport hat mir Struktur im Alltag gegeben.
Ich bekam Anerkennung
und mehr Selbst·wert-Gefühl.

Ich dachte zuerst:
Alles ist vorbei.

Und plötzlich: Ich stand wieder vor Menschen.
Die Menschen haben mich gefeiert.

Comedy kam erst später.
Da ging es mir wieder besser.

Tan Caglar sagt über Humor:

Humor kann Menschen verbinden.
Aber nur, wenn er ehrlich gemeint ist.

Grenzen sind oft nicht auf·geschrieben.
Aber: Man kann sie fühlen.

Er sagt:
Wenn wir zusammen lachen können,
ohne jemanden zu verletzen,
dann funktioniert Humor gut.

Wer hat das Gespräch geführt?

  • Nico Lautwein (WochenSpiegel)
  • Robert Syska (WochenSpiegel)
  • Martina Faßbender (TACHELES)

Hintergrund: Wer ist Tan Caglar?

Tan Caglar ist deutsch und türkisch.

Er wurde geboren mit Spina bifida.
Das ist eine Krankheit am Rückenmark.

Er spielte schon immer gern Basketball.
Mit 18 Jahren war er in einer Liga für Eintracht Hildesheim.

Mit 25 Jahren kam er in den Rollstuhl.
Wegen Depressionen zog er sich zurück für zwei Jahre.

Im Jahr 2009: Er begann mit Rollstuhl-Basketball.
Er spielte sechs Jahre als Profi bei Hannover United.
Später spielte er bei den Baskets 96 Rahden.
Er war auch im erweiterten Kader der deutschen National-Mannschaft.

Seit 2012 setzt er sich für Inklusion ein.
Er moderiert Veranstaltungen.
Er hält Vorträge.

Er arbeitete auch als Model.
Er war das erste Model im Rollstuhl bei der Berliner Fashion Week (Berliner Mode-Woche)
Das ist eine sehr berühmte Mode-Schau.
Das war im Jahr 2016

Ab 2017 wurde er bekannt als Komiker. 
Er macht eigene Programme auf der Bühne.
2018 hat er dafür einen Preis bekommen.
Den Preis hat das Publikum so gewollt.
Er heißt: Stuttgarter Besen.

Seit 2021 arbeitet er auch als Schauspieler.
Zum Beispiel in Fernseh-Serien von der ARD.
Bei „In aller Freundschaft“ war er der erste Arzt im Rollstuhl.
Er spielte auch schon in Folgen vom „Tatort“.

Er macht einen Podcast.
Und seit Mai 2023 moderiert er die Fernseh-Reihe „Selbst·bestimmt“.


Wichtige Wörter bei Inklusion

Was heißt:
Barriere,
Leichte Sprache,
Nach·teils-Aus·gleich
und so weiter?
Das könnt ihr lesen in der Liste beim WochenSpiegel.

Die EU hat einen eigenen Behinderten-Ausweis ge·plant.
Wie steht es um die Pläne?
Wir haben es euch auf·geschrieben beim WochenSpiegel.


Behindert – beeinträchtigt – welches Wort ist richtig?

Das Wort „behindert“ ist seit vielen Jahren das offizielle Wort.
Es ist zum Beispiel in Gesetzen und der Politik drin.
Manche Menschen finden es schlecht.
Andere Menschen wollen das Wort extra nutzen, damit es wieder normal wird.
Es gibt viele Alternativen.
Weit bekannt ist: „beeinträchtigt“.
Viele Betroffene mögen: „Mensch mit Beeinträchtigung“.
Denn: Das rückt den Mensch in den Blick.
Es gibt auch: „Mensch mit Unterstützungs-Bedarf“.
Das zeigt: Es geht um Unterstützung.
Man darf nur nie vergessen: Wichtig ist der Mensch.


EU-Behinderten-Ausweis

Ein Ausweis für ganz Europa

Die Europäische Union macht einen neuen Ausweis.
Kurz sagt man: EU.

Der Ausweis ist für Menschen mit Beeinträchtigung.
Er heißt: EU-Behinderten-Ausweis.

Mit diesem Ausweis können Menschen zeigen:
Ich habe eine Behinderung.

Das soll in allen Ländern der EU gelten.

Warum ist der Ausweis wichtig?

Viele Menschen reisen in andere Länder der EU.
Zum Beispiel für Urlaub oder einen Besuch.

Bis jetzt gibt es ein Problem:
Jedes Land hat eigene Ausweise.
Diese Ausweise sehen unterschiedlich aus.

Oft werden sie im Ausland nicht anerkannt.
Oder nur teilweise.

Das macht vieles schwierig.

Was soll sich ändern?

Der neue EU-Behinderten-Ausweis soll helfen.

Der Ausweis gilt in allen EU-Ländern.
Menschen mit Behinderung können damit leichter zeigen:
Ich habe eine Behinderung.

Sie sollen dann ähnliche Vorteile bekommen wie Menschen im jeweiligen Land.

Welche Vorteile gibt es?

Mit dem Ausweis können Menschen zum Beispiel:

  • weniger Eintritt bezahlen
  • kostenlos Eintritt bekommen
  • schneller Zugang bekommen
  • Hilfe von Assistenz-Personal bekommen
  • Vergünstigungen bei Bus, Bahn oder anderen Angeboten bekommen
  • Vergünstigungen bei Kultur und Freizeit bekommen

Diese Angebote sind nicht überall gleich.
Jedes Land entscheidet selbst, wie viele Vorteile es gibt.

Park-Ausweis für ganz Europa

Es gibt auch einen neuen Park-Ausweis.

Dieser Ausweis ist für Menschen mit Behinderung, die mit dem Auto fahren.

Mit dem Ausweis dürfen sie auf Behinderten-Parkplätzen parken.

Der neue Park-Ausweis soll in allen EU-Ländern gleich aussehen.
So wird er überall besser erkannt.

Wer hat das beschlossen?

Wichtige Gruppen in der EU haben das beschlossen.

Dazu gehören:

  • das Europäische Parlament
  • der Rat von der Europäischen Union

Das war im Jahr 2024.

Diese Gruppen haben Regeln gemacht.
Diese Regeln sind die Grundlage für die neuen Ausweise.

Wann kommt der Ausweis?

Der Ausweis kommt nicht sofort.

Frühestens ab dem Jahr 2028 können Menschen ihn nutzen.

Was bleibt gleich?

Jedes Land entscheidet weiter selbst:

  • Wer als Mensch mit Behinderung gilt
  • Welche Regeln dafür gelten

Das heißt:
Die Länder prüfen weiterhin selbst den Behinderten-Status.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Regeln wurden im November 2024 veröffentlicht.
Danach haben die Länder Zeit:

Zuerst etwa zweieinhalb Jahre.
In dieser Zeit passen sie ihre Gesetze an.

Danach haben sie noch einmal etwa dreieinhalb Jahre Zeit.
In dieser Zeit setzen sie alles um.

Mehr Informationen

Mehr Informationen gibt es im Internet:
auf der Seite vom Europäischen Rat.

Hier ist die Adresse:
www.consilium.europa.eu/de/policies/european-disability-card/


Inklusiver Sport in Trier

Es gibt einen inklusiven Lauf-Treff in Trier. Das ist vom Verein: Silvester-Lauf Trier. Der Treff ist einmal im Monat im Mosel-Stadion Trier. Einmal im Jahr gibt es ein großes Event.

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten für inklusiven Sport. Das findet ihr beim WochenSpiegel.


Inklusions-Lotsen

Es gibt so genannte Inklusions-Lotsinnen und Inklusions-Lotsen.
Die helfen Sport-Vereinen.
Die Vereine sollen so mehr Menschen mit Beeinträchtigung auf ·nehmen. 

Das Problem ist oft:
Die Hallen sind nicht barriere-frei.
Auch: Die Vereine haben keine Erfahrung mit Inklusion.

Die Lotsin für Trier und die Eifel heißt: Bettina Wilwers.

Sie will: Vereine sollen Inklusion einfach mal probieren.
Sie bekommen dafür fünf-hundert Euro als Hilfe vom Sport-Bund Rhein-Land.

Kontakt per E-Mail:
Bettina Wilwers
b.wilwers@silo.lsbrlp.de


Viele Berichte: inklusives Magazin „MIT“ gemeinsam mit dem WochenSpiegel

Über mehrere Monate haben wir an einem großen Projekt gearbeitet: Gemeinsam mit dem WochenSpiegel haben wir das inklusive Magazin „MIT“ erstellt. Es beinhaltet Berichte, Interviews und Einblicke aus der Region Trier-Eifel-Mosel zum Themenbereich Inklusion und Miteinander.

Die Zusammenarbeit zwischen beiden Redaktionen lief inklusiv und auf Augenhöhe, Hand in Hand. Die Berichte erscheinen nun im Sondermagazin sowie in den WochenSpiegel-Ausgaben der nächsten Wochen und Monate.

Hier bei uns sind die Berichte in Leichter Sprache zu lesen.

In schwerer („normaler“) Sprache stehen die Berichte auf den Seiten des WochenSpiegels (hier klicken).


Thommes und Kirsch

Über ihre Erfahrungen und Meinungen erzählen:
Karl-Heinz Thommes, Ehren-präsident von Special Olympics RLP und
Guido Kirsch, Lebenshilfe Prüm.

Sie reden über verschiedene Themen.
Sie sagen: Es gibt gelebte und nicht-gelebte Inklusion.

Gelebte Inklusion ist dann, wenn Teilhabe wirklich da ist.
Nicht-gelebte Inklusion ist, wenn Teilhabe nur auf dem Papier steht.

Thommes und Kirsch sagen, gelebte Inklusion braucht es überall, auch zum Beispiel in KiTas und im Sport.
Denn: Da kommen Menschen zusammen.
Sie sagen: Inklusion ist gut, wenn sie allen klar ist und man nicht mehr darüber reden muss.

Das ganze, lange Gespräch findet ihr beim WochenSpiegel.


Die Lebenshilfe Werke Trier

Es geht um die Lebenshilfe-Werke Trier.
Der Chef ist Herr Herz.
Er hat in einem Gespräch erzählt:
Was die Werke sind und was er will.

Er sagt: Es geht nicht mehr um Abtrennung und Schutz.
Es geht um Teilhabe an der Arbeit und am Leben.
Dafür möchte er mehr Möglichkeiten bieten, vor allem auch für Bildung.
Er möchte auch junge Menschen ohne Ausbildung ansprechen.
Und es soll mehr Arbeit außerhalb der Werkstatt geben.

Das ganze, lange Gespräch findet ihr beim WochenSpiegel.