Viele Berichte: inklusives Magazin „MIT“ gemeinsam mit dem WochenSpiegel
Wir haben ein sehr großes Projekt gemacht:
Wir haben ein inklusives Magazin gemacht,
gemeinsam mit der Zeitung „WochenSpiegel“.
Das ist eine große Zeitung aus Trier, der Eifel und der Mosel-Region.
Einige Monate lang haben wir zusammen-gearbeitet.
Menschen aus beiden Redaktionen haben die Berichte Hand in Hand gemacht.
Es war ein richtig inklusives Mit·einander.
In den Berichten geht es um:
Inklusion und Teil·habe, Gespräche, Infos und vieles mehr.
Jetzt gibt es ein Magazin mit vielen Berichten von uns.
Und es gibt noch mehr Berichte:
Die kommen im normalen WochenSpiegel,
jetzt und in den nächsten Wochen und Monaten.
Hier lest ihr die Artikel in Leichter Sprache.
Wenn ihr zu einem Artikel springen wollt:
Klickt auf die Überschrift hier in der Liste.
Oder schiebt die Seite weit genug nach unten.
Die Artikel in Schwerer Sprache gibt es beim WochenSpiegel (hier klicken).
1) Bus-Test: Wie barriere-frei geht Bus-Fahren in Trier?
2) Wer darf über wen lachen? Wir fragen die Comedians: Tan Caglar und Chris Tall
3) Liste von wichtigen Wörtern rund um Inklusion
4) Behindert – beeinträchtigt – oder welches Wort soll ich dafür nutzen?
5) EU-Behinderten-Ausweis: Infos
6) Inklusive Sport-Angebote in Trier
7) Inklusions-Lotsen für Sport-Vereine
8) Gespräch mit Karl-Heinz Thommes (Ehren-Präsident von Special Olympics) und Guido Kirsch (Lebenshilfe Prüm)
9) Was machen die Lebenshilfe Werke Trier?
Bus-Test: barriere-frei?
Komm, wir fahren mit dem Bus
Für viele Menschen ist Busfahren normal.
Sie fahren jeden Tag mit dem Bus.
Zum Beispiel: Zur Arbeit oder nach Hause.
Wir machen einen Test.
Wir prüfen: Ist Busfahren in Trier barriere-frei?
Barriere-frei bedeutet:
Alle Menschen können den Bus gut nutzen.
Dabei sind Heike und Wolfgang.
Sie arbeiten im inklusiven Medien-Team TACHELES.
Das Team gehört zur Lebenshilfe Trier.
Alltag im Bus
Der Bus hält an der Haltestelle.
Die Türen gehen auf.
Viele Menschen steigen ein.
Andere steigen aus.
Alles geht schnell.
Für viele Menschen ist das normal.
Aber für Menschen mit Beeinträchtigung ist das oft schwierig.
Zum Beispiel für Menschen im Rollstuhl.
Heike und Wolfgang erleben das jeden Tag.
Ihre Erfahrungen sind unterschiedlich.
Manches klappt gut.
Manches klappt nicht gut.
Darum stellen wir eine Frage:
Wie barriere-frei ist Busfahren in Trier?
Die Idee für den Test
Wir wollen es genau wissen.
Darum machen wir einen Barriere-Check.
Das bedeutet:
Wir fahren mit dem Bus und schauen genau hin.
Wir machen zwei Fahrten.
Das zeigt nur einen Teil der Wirklichkeit.
Aber wir bekommen einen Eindruck.
Am Ende sagen wir:
Es kommt darauf an.
Gespräch mit den Stadtwerken
Nach unserem Test sprechen wir mit den Stadtwerken Trier.
Kurz sagt man: SWT.
Wir erzählen von unseren Erfahrungen.
Wir stellen Fragen.
Wir schauen uns auch einen Bus an.
Dort sehen wir:
So soll alles funktionieren.
Zum Beispiel die Rampe für den Rollstuhl.
Auch ein Vertreter vom Behinderten-Beirat Trier ist dabei.
Er heißt Gerd Dahm.
Der Weg zur Haltestelle
Es ist 17 Uhr.
Viele Menschen haben Feierabend.
Wir fahren vom Petrisberg los.
Unser Ziel ist der Hauptbahnhof.
Dann fahren wir weiter nach Trier-Süd.
Wir müssen einmal umsteigen.
Der Weg wirkt einfach.
Aber das stimmt nicht.
Schon der Weg zur Haltestelle ist schwierig.
Es gibt Stufen.
Es gibt Bordsteine.
Es gibt Gully-Deckel.
Für Wolfgang im Rollstuhl sind das Hindernisse.
Er fragt sich:
Komme ich zur Haltestelle?
Komme ich in den Bus?
Wer hilft mir?
Technik im Bus
Die Busse haben eine besondere Technik.
Sie sind niedrig gebaut.
Sie können sich absenken.
Es gibt eine Klapp-Rampe.
Aber Technik allein reicht nicht.
Die Rampe funktioniert nur gut,
wenn der Bus nah am Bordstein hält.
Oft stehen Autos im Weg.
Dann ist die Rampe sehr steil.
Wolfgang braucht dann Hilfe.
Der Weg zur Haltestelle ist anstrengend
Die Haltestelle ist etwa 200 Meter entfernt.
Der Weg geht über einen Parkplatz.
Heike schiebt Wolfgang.
Allein wäre es zu schwer für ihn.
Der Einstieg in den Bus
Der Bus kommt.
Wolfgang zeigt seinen Schwerbehinderten-Ausweis.
Das ist wichtig.
So sieht der Fahrer:
Er möchte mitfahren.
Heike drückt den Knopf an der Tür.
Die Tür geht auf.
Dann geht sie sofort wieder zu.
Vorne steigen viele Menschen ein.
Hinten wartet Wolfgang.
Die Tür geht noch einmal auf.
Ein Mann will helfen.
Er ist unsicher.
Er steht auf der Rampe.
Der Fahrer kommt nicht nach hinten.
Deshalb helfen wir.
Wolfgang erzählt:
Ein Helfer hat sich einmal verletzt.
Die Rampe ist auf seinen Arm gefallen.
Stress im Bus
Viele Menschen schauen zu.
Alle warten.
Die Situation ist stressig.
Die Stadtwerke sagen:
Für Hilfe muss Zeit sein.
Sicherheit ist wichtig.
Aber in Wirklichkeit ist es oft anders.
Die Menschen wollen schnell weiter.
Im Bus
Wolfgang kommt in den Bus.
Er fährt auf den Rollstuhl-Platz.
Aber der Bus fährt schon los.
Er muss sich festhalten.
Er steht nicht richtig.
Manchmal ist der Platz auch besetzt.
Zum Beispiel durch Taschen.
Oder durch andere Menschen.
Dann muss Wolfgang etwas sagen.
Beim Aussteigen
Beim Aussteigen ist wieder Stress.
Die Rampe muss ausgeklappt werden.
Viele Menschen gehen durch die Tür.
Wolfgang steigt aus.
Dann fährt der Bus sofort weiter.
Wolfgang sagt:
Manche Fahrer helfen.
Andere warten auf Hilfe von Fahrgästen.
Er sagt auch:
Es ist schade, wenn niemand hilft.
Für ihn ist das Gefühl wichtig.
Er muss warten.
Er ist auf Hilfe angewiesen.
Was ist echte Barriere-Freiheit?
Gerd Dahm sagt:
Barriere-frei bedeutet:
Man braucht keine Hilfe von anderen.
Das steht auch im Gesetz.
Aber in der Wirklichkeit ist das schwer.
Die Sicht der Busfahrer
Die Stadtwerke sagen:
Fahrer sollen helfen.
Wenn das nicht geht,
sollen sie andere Fahrgäste ansprechen.
Die Fahrer bekommen Schulungen.
Sie lernen den Umgang mit Rollstuhl und Rollator.
Trotzdem ist der Alltag schwierig.
Vor allem am Abend.
Viele Menschen wollen gleichzeitig einsteigen.
Der Fahrer muss nach hinten gehen.
Er muss die Rampe bedienen.
Vorne warten Menschen.
Sie wollen Tickets kaufen.
Das macht Druck.
Verantwortung im Alltag
Gerd Dahm sagt:
Die Verantwortung liegt nicht nur beim Fahrer.
Oft fühlen sich Menschen nicht zuständig.
Viele stehen da.
Aber niemand hilft.
Hilfe und Rücksicht müssen normal sein.
Menschen mit Behinderung wollen nicht immer fragen müssen.
Das ist anstrengend.
Wolfgang sagt:
Manchmal wird die Rampe nicht ausgeklappt.
Dann muss er erst fragen.
Im Bus ist oft wenig Platz.
Menschen stehen im Weg.
Dann kommt er nicht rein oder raus.
Für ihn ist das eine große Barriere.
Er muss sprechen.
Er muss erklären.
Er fällt auf.
Das möchte er nicht.
Umsteigen am Bahnhof
Wir kommen am Hauptbahnhof an.
Wir müssen zum nächsten Bus.
Es gibt viele Hindernisse.
Zum Beispiel Bordsteine und Gully-Deckel.
Viele Menschen sind unterwegs.
Es gibt viele Busse und viele Linien.
Das ist unübersichtlich.
Heike bleibt ruhig.
Sie kennt viele Wege.
Wenn sie unsicher ist, fragt sie andere Menschen.
Oder sie nutzt ihr Handy.
Informationen sind wichtig
Heike kann nicht lesen.
Trotzdem fährt sie allein Bus.
Aber das klappt nur,
wenn sie die Strecke kennt.
Neue Orte sind schwierig.
Fahrpläne sind oft schwer zu verstehen.
Blinde Menschen können sie oft nicht nutzen.
Man kann bei den Stadtwerken anrufen.
Dort bekommt man Hilfe:
0651 717-273.
Das geht zu jeder Uhr-Zeit, auch nachts.
Auch Apps zeigen Verbindungen an.
Aber nur, wenn man sie kennt und nutzen kann.
Die zweite Fahrt
Wir erreichen den nächsten Bus rechtzeitig.
Viele Menschen steigen aus.
Es ist eng.
Taschen stoßen gegen Wolfgang.
Ein Mann hilft sofort.
Er klappt die Rampe aus.
Der Einstieg klappt gut.
Beim Aussteigen wartet Wolfgang wieder.
Dann hilft jemand.
Unser Ergebnis
Wir kommen am Ziel an.
Wir merken:
Es kommt darauf an:
ob die Technik funktioniert,
ob Menschen helfen,
ob Informationen verständlich sind.
Und es kommt darauf an,
ob Menschen Rücksicht nehmen.
Hilfe soll früh kommen.
Nicht erst nach langem Warten.
Was bedeutet Barriere-Freiheit?
Barriere-Freiheit ist mehr als Technik.
Und mehr als Regeln.
Barriere-Freiheit entsteht jeden Tag neu.
Durch das Verhalten von Menschen.
Durch Aufmerksamkeit.
Und durch Respekt.
Wer darf über wen lachen?
Humor für alle.
Humor ist für alle Menschen wichtig.
Humor verbindet.
Humor kann Barrieren abbauen.
Komiker Chris Tall sagt:
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Alle sollen mitreden dürfen.
Deutschland ist bunt.
Das ist gut so.
Komiker Tan Caglar sitzt im Roll-Stuhl.
Er hatte früher keinen Roll-Stuhl.
Er sagt:
Jeder soll über jeden Witze machen dürfen.
Aber: Die Witze sollen Respekt haben.
In Schwerer Sprache lest ihr das beim WochenSpiegel.
In Leichter Sprache lest ihr das Gespräch mit Tan Caglar hier:
Ein Witz und eine wichtige Frage
Auf einer Bühne sagt ein Komiker:
„Sind Rollstuhl-Fahrer hier?
Bitte mal auf·stehen.“
Viele Menschen lachen.
Aber: Das ist mehr als nur ein Witz.
Es ist die Frage:
Wie darf man Humor verstehen?
Diesen Witz machen zwei Komiker bei ihren Auftritten.
Sie heißen: Chris Tall und Tan Caglar
Deshalb: Das Team vom inklusiven MIT-Magazin wollte genau nach·hören.
Wir haben also mit beiden gesprochen.
Es ging um wichtige Fragen:
- Wie funktioniert Inklusion in der Comedy?
Inklusion bedeutet: Alle Menschen können überall mitmachen. - Welche Verantwortung haben Komiker?
Es geht auch um diese Fragen:
Wann ist ein Witz nur eine Provokation?
Wann schließt ein Witz Menschen aus?
Wie kann Humor Türen öffnen statt Türen zu schließen?
Achtung: Schwierige Themen im Text
In diesem Text geht es auch um psychische Krankheiten.
Zum Beispiel um Depressionen.
Vielleicht machen dich diese Themen traurig oder belasten dich.
Dann kannst du eine Pause machen.
Oder du holst dir Hilfe.
Hier bekommst du Hilfe am Telefon:
0800 11 10 111
0800 11 10 222
Die Beratung ist kostenlos.
Wer darf über wen lachen?
Tan Caglar spricht über Humor und Grenzen
Tan Caglar ist Comedian.
Er macht Witze auf der Bühne.
Er spricht über diese Fragen:
- Wer darf über wen Witze machen?
- Wo sind die Grenzen von Humor?
- Was hat er selbst erlebt?
Tan Caglar sitzt im Rollstuhl.
Der Weg in den Rollstuhl war für ihn sehr schwer.
Er bekam eine starke Depression.
Im Gespräch spricht er offen darüber.
Frage: Wer darf über wen lachen?
Viele Menschen streiten darüber:
Darf man über alles Witze machen?
Oder gibt es Grenzen?
Tan Caglar sagt:
Man darf den Humor nicht einfach verbieten.
Er findet: Erst einmal darf jeder über alles sprechen.
Aber: Manchmal wird es schwierig.
Wenn er als Zuschauer merkt:
Da redet jemand über ein Thema, das er oder sie gar nicht kennt.
Oder jemand macht sich über Menschen lustig statt über eine Situation.
Schlimm ist für ihn:
Witze über eine Person, die sich nicht wehren kann.
Dann ist es für ihn nicht mehr lustig.
Frage: Darfst du als Rollstuhl-Fahrer mehr Witze machen als andere?
Tan Caglar sagt:
Nein.
Nur weil ich selbst betroffen bin, darf ich nicht mehr.
Es ist eine Kunst.
Die Zuschauer sollen denken:
„Wir dürfen darüber lachen.“
Und sie sollen kein schlechtes Gewissen haben.
Ich sitze selbst im Rollstuhl.
Das hilft manchmal.
Die Menschen haben dann weniger Angst zu lachen.
Aber wichtig ist vor allem:
Welche Haltung steckt hinter dem Witz?
Frage: Hat sich dein Humor verändert?
Tan Caglar sagt:
Ja.
Am Anfang wollte ich immer stark wirken.
Ich wollte keine Witze über mich selbst machen.
Andere haben mir gesagt:
„Mach das nicht.
Sonst haben die Leute nur Mitleid.“
Diese Angst war aber schnell weg.
Ich will: Leute sollen lachen.
Ich habe gemerkt:
Nur wenn ich über mich selbst lachen kann,
können andere mit·lachen.
Frage: Achtest du darauf, dass deine Auftritte barriere-frei sind?
Barriere-frei bedeutet:
Auch Menschen mit Beeinträchtigung können überall gut hinkommen.
Tan Caglar sagt:
Ja, das ist mir sehr wichtig.
Ich bekomme oft Nachrichten von Menschen mit Behinderung.
Sie schreiben:
„Wir haben keinen Platz mehr bekommen.“
Oft gibt es nur sehr wenige Rollstuhl-Plätze.
Das ist traurig.
Vor allem, weil ich im Rollstuhl auftrete.
Das liegt manchmal an dem Ort, wo der Auftritt sein soll.
Viele Theater und Hallen sind alt.
Oder: Veranstalter bieten nur schlechte Lösungen an.
Rollstuhl-Fahrer sitzen dann am Rand.
Oder sie müssen weit weg sitzen von ihren Begleit·Personen.
Das fühlt sich an wie Ausgrenzung.
Man könnte die Plätze besser im Publikum verteilen.
Es hat sich schon etwas ver·bessert.
Aber im Vergleich zu anderen Ländern: Es gibt noch viel zu tun.
Auch in den Gesetzen und in der Politik.
Frage: Du sitzt im Rollstuhl, seit du 25 Jahre alt bist.
Du sprichst offen über Depressionen.
Wie war diese Zeit für dich?
Tan Caglar sagt:
Ich hatte vier oder fünf Jahre lang eine schwere Depression.
Ich habe mich komplett zurück·gezogen.
Ich wollte keine Menschen treffen.
Ich bekam Panik.
Nichts hat mir Spaß gemacht.
Alles fühlte sich grau an.
Ein Warn-Zeichen war dieser Gedanke:
Ich habe angefangen zu vestehen,
warum manche Menschen nicht mehr leben wollen.
Da wusste ich:
Jetzt muss etwas passieren.
Frage: Woran merkt man, dass es mehr ist als nur eine schlechte Phase?
Tan Caglar sagt:
Wenn dieser Zustand viele Wochen bleibt.
Wenn man morgens aufwacht und denkt:
„Wie soll ich diesen Tag schaffen?“
Schlafen war für mich das Beste.
Dann musste ich nicht denken.
Abends war ich sehr müde.
Auch wenn ich gar nichts gemacht hatte.
Frage: Was hat dir geholfen?
Tan Caglar sagt:
Meine Eltern haben mir sehr geholfen.
Und Rollstuhl-Basketball.
Der Sport hat mir Struktur im Alltag gegeben.
Ich bekam Anerkennung
und mehr Selbst·wert-Gefühl.
Ich dachte zuerst:
Alles ist vorbei.
Und plötzlich: Ich stand wieder vor Menschen.
Die Menschen haben mich gefeiert.
Comedy kam erst später.
Da ging es mir wieder besser.
Tan Caglar sagt über Humor:
Humor kann Menschen verbinden.
Aber nur, wenn er ehrlich gemeint ist.
Grenzen sind oft nicht auf·geschrieben.
Aber: Man kann sie fühlen.
Er sagt:
Wenn wir zusammen lachen können,
ohne jemanden zu verletzen,
dann funktioniert Humor gut.
Wer hat das Gespräch geführt?
- Nico Lautwein (WochenSpiegel)
- Robert Syska (WochenSpiegel)
- Martina Faßbender (TACHELES)
Hintergrund: Wer ist Tan Caglar?
Tan Caglar ist deutsch und türkisch.
Er wurde geboren mit Spina bifida.
Das ist eine Krankheit am Rückenmark.
Er spielte schon immer gern Basketball.
Mit 18 Jahren war er in einer Liga für Eintracht Hildesheim.
Mit 25 Jahren kam er in den Rollstuhl.
Wegen Depressionen zog er sich zurück für zwei Jahre.
Im Jahr 2009: Er begann mit Rollstuhl-Basketball.
Er spielte sechs Jahre als Profi bei Hannover United.
Später spielte er bei den Baskets 96 Rahden.
Er war auch im erweiterten Kader der deutschen National-Mannschaft.
Seit 2012 setzt er sich für Inklusion ein.
Er moderiert Veranstaltungen.
Er hält Vorträge.
Er arbeitete auch als Model.
Er war das erste Model im Rollstuhl bei der Berliner Fashion Week (Berliner Mode-Woche)
Das ist eine sehr berühmte Mode-Schau.
Das war im Jahr 2016
Ab 2017 wurde er bekannt als Komiker.
Er macht eigene Programme auf der Bühne.
2018 hat er dafür einen Preis bekommen.
Den Preis hat das Publikum so gewollt.
Er heißt: Stuttgarter Besen.
Seit 2021 arbeitet er auch als Schauspieler.
Zum Beispiel in Fernseh-Serien von der ARD.
Bei „In aller Freundschaft“ war er der erste Arzt im Rollstuhl.
Er spielte auch schon in Folgen vom „Tatort“.
Er macht einen Podcast.
Und seit Mai 2023 moderiert er die Fernseh-Reihe „Selbst·bestimmt“.
Wichtige Wörter bei Inklusion
Was heißt:
Barriere,
Leichte Sprache,
Nach·teils-Aus·gleich
und so weiter?
Das könnt ihr lesen in der Liste beim WochenSpiegel.
Die EU hat einen eigenen Behinderten-Ausweis ge·plant.
Wie steht es um die Pläne?
Wir haben es euch auf·geschrieben beim WochenSpiegel.
Behindert – beeinträchtigt – welches Wort ist richtig?
Das Wort „behindert“ ist seit vielen Jahren das offizielle Wort.
Es ist zum Beispiel in Gesetzen und der Politik drin.
Manche Menschen finden es schlecht.
Andere Menschen wollen das Wort extra nutzen, damit es wieder normal wird.
Es gibt viele Alternativen.
Weit bekannt ist: „beeinträchtigt“.
Viele Betroffene mögen: „Mensch mit Beeinträchtigung“.
Denn: Das rückt den Mensch in den Blick.
Es gibt auch: „Mensch mit Unterstützungs-Bedarf“.
Das zeigt: Es geht um Unterstützung.
Man darf nur nie vergessen: Wichtig ist der Mensch.
EU-Behinderten-Ausweis
Ein Ausweis für ganz Europa
Die Europäische Union macht einen neuen Ausweis.
Kurz sagt man: EU.
Der Ausweis ist für Menschen mit Beeinträchtigung.
Er heißt: EU-Behinderten-Ausweis.
Mit diesem Ausweis können Menschen zeigen:
Ich habe eine Behinderung.
Das soll in allen Ländern der EU gelten.
Warum ist der Ausweis wichtig?
Viele Menschen reisen in andere Länder der EU.
Zum Beispiel für Urlaub oder einen Besuch.
Bis jetzt gibt es ein Problem:
Jedes Land hat eigene Ausweise.
Diese Ausweise sehen unterschiedlich aus.
Oft werden sie im Ausland nicht anerkannt.
Oder nur teilweise.
Das macht vieles schwierig.
Was soll sich ändern?
Der neue EU-Behinderten-Ausweis soll helfen.
Der Ausweis gilt in allen EU-Ländern.
Menschen mit Behinderung können damit leichter zeigen:
Ich habe eine Behinderung.
Sie sollen dann ähnliche Vorteile bekommen wie Menschen im jeweiligen Land.
Welche Vorteile gibt es?
Mit dem Ausweis können Menschen zum Beispiel:
- weniger Eintritt bezahlen
- kostenlos Eintritt bekommen
- schneller Zugang bekommen
- Hilfe von Assistenz-Personal bekommen
- Vergünstigungen bei Bus, Bahn oder anderen Angeboten bekommen
- Vergünstigungen bei Kultur und Freizeit bekommen
Diese Angebote sind nicht überall gleich.
Jedes Land entscheidet selbst, wie viele Vorteile es gibt.
Park-Ausweis für ganz Europa
Es gibt auch einen neuen Park-Ausweis.
Dieser Ausweis ist für Menschen mit Behinderung, die mit dem Auto fahren.
Mit dem Ausweis dürfen sie auf Behinderten-Parkplätzen parken.
Der neue Park-Ausweis soll in allen EU-Ländern gleich aussehen.
So wird er überall besser erkannt.
Wer hat das beschlossen?
Wichtige Gruppen in der EU haben das beschlossen.
Dazu gehören:
- das Europäische Parlament
- der Rat von der Europäischen Union
Das war im Jahr 2024.
Diese Gruppen haben Regeln gemacht.
Diese Regeln sind die Grundlage für die neuen Ausweise.
Wann kommt der Ausweis?
Der Ausweis kommt nicht sofort.
Frühestens ab dem Jahr 2028 können Menschen ihn nutzen.
Was bleibt gleich?
Jedes Land entscheidet weiter selbst:
- Wer als Mensch mit Behinderung gilt
- Welche Regeln dafür gelten
Das heißt:
Die Länder prüfen weiterhin selbst den Behinderten-Status.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Regeln wurden im November 2024 veröffentlicht.
Danach haben die Länder Zeit:
Zuerst etwa zweieinhalb Jahre.
In dieser Zeit passen sie ihre Gesetze an.
Danach haben sie noch einmal etwa dreieinhalb Jahre Zeit.
In dieser Zeit setzen sie alles um.
Mehr Informationen
Mehr Informationen gibt es im Internet:
auf der Seite vom Europäischen Rat.
Hier ist die Adresse:
www.consilium.europa.eu/de/policies/european-disability-card/
Inklusiver Sport in Trier
Es gibt einen inklusiven Lauf-Treff in Trier. Das ist vom Verein: Silvester-Lauf Trier. Der Treff ist einmal im Monat im Mosel-Stadion Trier. Einmal im Jahr gibt es ein großes Event.
Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten für inklusiven Sport. Das findet ihr beim WochenSpiegel.
Inklusions-Lotsen
Es gibt so genannte Inklusions-Lotsinnen und Inklusions-Lotsen.
Die helfen Sport-Vereinen.
Die Vereine sollen so mehr Menschen mit Beeinträchtigung auf ·nehmen.
Das Problem ist oft:
Die Hallen sind nicht barriere-frei.
Auch: Die Vereine haben keine Erfahrung mit Inklusion.
Die Lotsin für Trier und die Eifel heißt: Bettina Wilwers.
Sie will: Vereine sollen Inklusion einfach mal probieren.
Sie bekommen dafür fünf-hundert Euro als Hilfe vom Sport-Bund Rhein-Land.
Kontakt per E-Mail:
Bettina Wilwers
b.wilwers@silo.lsbrlp.de
Viele Berichte: inklusives Magazin „MIT“ gemeinsam mit dem WochenSpiegel
Über mehrere Monate haben wir an einem großen Projekt gearbeitet: Gemeinsam mit dem WochenSpiegel haben wir das inklusive Magazin „MIT“ erstellt. Es beinhaltet Berichte, Interviews und Einblicke aus der Region Trier-Eifel-Mosel zum Themenbereich Inklusion und Miteinander.
Die Zusammenarbeit zwischen beiden Redaktionen lief inklusiv und auf Augenhöhe, Hand in Hand. Die Berichte erscheinen nun im Sondermagazin sowie in den WochenSpiegel-Ausgaben der nächsten Wochen und Monate.
Hier bei uns sind die Berichte in Leichter Sprache zu lesen.
Thommes und Kirsch
Über ihre Erfahrungen und Meinungen erzählen:
Karl-Heinz Thommes, Ehren-präsident von Special Olympics RLP und
Guido Kirsch, Lebenshilfe Prüm.
Sie reden über verschiedene Themen.
Sie sagen: Es gibt gelebte und nicht-gelebte Inklusion.
Gelebte Inklusion ist dann, wenn Teilhabe wirklich da ist.
Nicht-gelebte Inklusion ist, wenn Teilhabe nur auf dem Papier steht.
Thommes und Kirsch sagen, gelebte Inklusion braucht es überall, auch zum Beispiel in KiTas und im Sport.
Denn: Da kommen Menschen zusammen.
Sie sagen: Inklusion ist gut, wenn sie allen klar ist und man nicht mehr darüber reden muss.
Das ganze, lange Gespräch findet ihr beim WochenSpiegel.
Die Lebenshilfe Werke Trier
Es geht um die Lebenshilfe-Werke Trier.
Der Chef ist Herr Herz.
Er hat in einem Gespräch erzählt:
Was die Werke sind und was er will.
Er sagt: Es geht nicht mehr um Abtrennung und Schutz.
Es geht um Teilhabe an der Arbeit und am Leben.
Dafür möchte er mehr Möglichkeiten bieten, vor allem auch für Bildung.
Er möchte auch junge Menschen ohne Ausbildung ansprechen.
Und es soll mehr Arbeit außerhalb der Werkstatt geben.
Das ganze, lange Gespräch findet ihr beim WochenSpiegel.







































































































































